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09.2005 Martin R. Lauber, Fraktionsvorsitzender der Endorfer Freien Liste

Nachtragshaushalt notwendig!

Der Marktgemeinderat hat am 2.08.2005  in einem Nachtragshaushalt eine zusätzliche Darlehnsaufnahme von 1,771 Mio. Euro beschlossen, gegen die Stimmen von Martin Lauber, Dr. Sepp Meder, Rupert Schelle, alle EFL, und Hieronimus Stockinger SPD.

Der im Frühjahr aufgestellte Haushalt der Gemeinde erreichte trotz größter noch möglicher Einsparungen gerade noch die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt.

Die notwendigen Abschreibungen werden auch 2005 wie die Jahre zuvor nicht mehr  erwirtschaftet.

Dies heißt, die Gemeinde lebt seit Jahren auf Kosten der Substanz. Dies wird in Zukunft die Sanierungsmaßnahmen (z: B. Schulen, Straßen usw.) und Pflichtaufgaben noch schwieriger gestalten.

Die nun im Haushalt zusätzlich entstandene Deckungslücke von 1,771 Mio. Euro erhöht nicht nur den Schuldenstand der Gemeinde, sondern hat jeglichen Spielraum im Haushalt auf weit unter Null gebracht.

Die jetzt entstandene Deckungslücke kam nicht überraschend, bis auf kleinere Beträge, sondern war absehbar. Es handelt sich im wesentlichen um folgende Posten: Bau und Gestaltung des Kurparks, Kauf  Haus des Gastes, Gründungskosten Tiefgarage, nicht bezahlte Kreditzinsen Kurmittelhaus/Thermen und Gewerbesteuerrückzahlungen usw. 

Die beschlossene Darlehnsaufnahme muß noch vom Landratsamt (Kommunalaufsicht) genehmigt werden, um diese zu erhalten, beschloß der Gemeinderat folgendes Refinanzierungskonzept, das Teil des Beschlusses ist:

  1. wenn möglich Baulandverkauf
  2. Anpassung der Kanalgebühren im rechtlichen Rahmen und
  3. wenn nicht anders möglich, eine weitere Anhebung der gemeindlichen Hebesätze für Abgaben und Steuern.

Bei allem Verständnis für knappe Kassen in der Kommune ist diese Vorgangsweise für die Mandatsträger der EFL nicht ein gangbarer Weg für die Zukunft und keine Lösung der entstandenen Haushalts- und Finanzprobleme.

Die in den letzten Jahren beschrittene Kommunalpolitik der Visionen z. B. Umgehungsstrasse und Neue Mitte ohne klare und eindeutige vernetzte Finanz-, Wirtschafts- und Ortsplanungskonzepte läßt für die Zukunft noch viel Spielraum für Haushaltsüberraschungen offen.

Es wäre in der Zukunft zu wünschen, in der Kommune von allen Verantwortlichen wieder zu einer realistischen und finanzierbaren Gemeindepolitik und Entwicklung zu finden, anstatt von Visionen gleich Wunschträumen zu reden.
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Endorfer Freie Liste e.V. | EFL-Info@endorferfreieliste.de